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Der SWR berichtet

Der SWR berichtet über unser Testcenter in Mainz

Der Beitrag ist bis zum 21.12.2021 online.

Wie kann man mit der Familie zusammen Weihnachten verbringen, möglichst ohne das Risiko einzugehen, einen Angehörigen mit Corona zu infizieren? Diese Frage stellen sich gerade viele Menschen und einige setzen dabei auf sogenannte Corona-Antigen-Schnelltests.

Wer sich jetzt testen lässt, wünscht sich Sicherheit, um mit gutem Gewissen zur Familienfeier gehen zu können. Weil der Bedarf deshalb diese Woche besonders hoch ist, wurden auch neue Schnelltestzentren eröffnet. So auch eines in der Nähe des Mainzer Hauptbahnhofs. Erst vergangene Woche hat ein Privatunternehmen hier die Zelte aufgeschlagen. Der Betreiber verspricht in nur 15 Minuten das Ergebnis.

So läuft ein Antigen-Schnelltest ab

Der offensichtliche Vorteil ist, man bekommt das Test-Ergebnis schnell geliefert.

  • Bei vielen Anbietern, wie auch bei dem Mainzer Schnelltestzentrum, muss man sich zuvor online registrieren und bezahlen.
  • Für 39,95 Euro, beziehungsweise 49,95 Euro an den Weihnachtstagen, erhält man einen Termin und einen Barcode.
  • Man checkt mit dem Barcode ein und kann den Abstrich direkt vornehmen lassen. Deshalb entstehen vor Ort keine Warteschlangen,
  • Pro Tag gibt es Kapazitäten für bis zu 400 Test, von 7:00 Uhr morgens bis abends 21:00 Uhr. Doch so kurz vor den Feiertagen sind fast schon alle Termine ausgebucht.

Dann lohnt sich ein Schnelltest

Bei Besuchen in Alten- und Pflegeheimen ist ein Schnell-Test angezeigt und vielerorts sogar verpflichtend. Aus Expertensicht ist das durchaus sinnvoll, wenn zwischen Test und dem Besuch keine 24 Stunden vergangen sind, denn das Ergebnis ist immer nur eine Momentaufnahme.

Bei auffälligen Symptomen kann ein Schnelltest ein Stück weit Gewissheit geben, so Prof. Bodo Plachter, Virologe, an der Universitätsmedizin Mainz:

„Mit einem Schnelltest kann man sich niedrigschwellig testen lassen, wenn man leichte Symptome wie etwa Halskratzen hat. Dann kann so ein Test auch unter Umständen hilfreich sein, um zu erfahren, ob man sich infiziert hat. Aber er muss dann auch von qualifiziertem Personal durchgeführt werden.“

Prof. Bodo Plachter, Virologe, Universitätsmedizin Mainz

Menschen, die Angehörige in Risikogruppen haben, können sich auch vor den Weihnachtstagen mit einem Schnelltest ein wenig absichern.

Diese Sicherheit bietet der Schnelltest

Im Vergleich zum sogenannten PCR-Antigen-Test ist ein Schnelltest etwas ungenauer. Während ein Schnelltest lediglich Spuren des Erregers nachweist, findet der klinische PCR-Test das Erbgut des Corona-Virus. Und ist damit zuverlässiger.

Der klinische PCR-Test erkennt das Erbgut des Corona-Virus.
  • Wegen der geringeren Sensitivität und Spezifität von Antigen-Tests, werden sie nur als ergänzende Maßnahme vor allem im privaten Bereich eingesetzt.
  • Denn damit ein Antigen-Test ein positives Ergebnis anzeigt, ist im Vergleich zum PCR-Test eine größere Virusmenge notwendig, ein negatives Antigen-Testergebnis schließt also die Möglichkeit einer Corona-Infektion nicht so eindeutig aus.

Virologe Prof. Bodo Plachter ordnet beide Testverfahren ein:

„Diese Tests sind immer nur eine Momentaufnahme. Die PCR-Tests sind nicht unbegrenzt verfügbar, sie sollten deshalb vorbehalten werden in der Krankenversorgung oder der Ausbruchsverfolgung. Antigen-Tests sind breiter verfügbar. Aber auch da gilt natürlich: Wenn ich mich jetzt am 22. testen lasse, dann kann ich sehr wohl am 25. entsprechend positiv und auch ansteckend sein.“

Prof. Bodo Plachter, Virologe der Unimedizin Mainz

Deshalb gelten auch Maskentragen, Abstandhalten, Hygienemaßnahmen und Lüften nach wie vor. Zur Sicherheit auch beim Weihnachtsfest.

Auch die Schnelltests sollten nur Fachkräfte durchführen. Test-Kits, die man online bestellen und alleine zuhause durchführen kann, haben ein deutlich höheres Risiko, falsche Ergebnisse zu generieren. Wenn der Hausarzt über die Feiertage zumacht, sind Schnell-Test-Zentren wie in Mainz die nächste Anlaufstelle. Es gibt auch PCR-Test-Zentren, in denen man sich auf eigene Kosten testen lassen kann. Positive Testergebnisse werden übrigens grundsätzlich direkt an das Gesundheitsamt übermittelt.